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6. Juni 2008Hier stehen sämtliche ältere Artikel von strafstoss.net bis Ende Mai 2008. Kommentierungen sind nicht mehr möglich. Neue Beiträge gibt es unter www.strafstoss.net.
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Das letzte Aufbäumen gegen Leverkusen war vergeblich. Nach den beiden Pleiten gegen Nürnberg und die Bayern sind wir abgestiegen. Endlich, muss man fast schon sagen, denn nun hat dieses ewige Wechselbad der Gefühle ein Ende. Die Zebras gehen also wieder dahin, wo sie hingehören: in die zweite Liga!
Gegen Nürnberg war es noch eine Blamage, gegen die Bayern hatten wir einfach keine Chance. Auch wenn der frischgebackene Deutsche Meister ohne seine Stars Luca Toni, Miro Klose und den brillanten Franzosen auflief, waren die Nordösterreicher unserem MSV in jeder Hinsicht haushoch überlegen. Schnell lagen die Zebras 0:3 hinten und in meinem Magen keimte das ungute Gefühl, dass wir am vorletzten Spieltag der Saison doch noch die erste richtig herbe Klatsche kassieren würden. Man muss sich das mal vorstellen: Abgesehen vom 1:4 in Leverkusen haben wir nicht einmal mit mehr als zwei Toren Differenz verloren.
Doch es wurde sogar noch knapp. Weil die Bayern nach der Pause drei Gänge zurückschalteten, gelang Fehlpass-König Tararache der Anschlusstreffer; das Tor von Daun zum 2:3 gehört ja eher in die Kategorie “Hoppla, der ist drin, war aber keine Absicht, ganz ehrlich”. Fast glaubte man schon, dass da vielleicht doch noch was gehen könnte, aber die Zebras belehrten das Publikum eines besseren. Am Ende, als die Bayern noch einmal nachlegen wollten, verhinderte Tom Starke weitere Gegentore.
Einen mächtigen Aufreger gab es kurz vor dem Abpfiff: Auf der Anzeigetafel wurde der Spielstand aus Bielefeld eingeblendet, angeblich 3:2 für die Gäste aus Dortmund. Durch dieses Resultat hätte der MSV am letzten Spieltag in Frankfurt noch eine Minimalchance auf den Klassenerhalt gehabt. Doch dann musste der Stadionsprecher das tatsächliche Ergebnis durchsagen: ein Unentschieden - das Todesurteil für den MSV Duisburg. Was ich in diesem Moment fühlte? Ganz ehrlich: nichts! Ich bin auf keinen Fall traurig wegen des Abstiegs. Ich bin einfach nur froh, dass jetzt bald die Europameisterschaft kommt. Denn ein Titel der Deutschen Elf ist mir hundertmal wichtiger als die Frage, ob sich der MSV durch die erste oder zweite Liga mogelt…
Es gibt Gerechtigkeit im deutschen Fußball: Die Heimspiel-Last-Minute-Deppen aus Duisburg gewinnen in letzter Sekunde. Jubel in der MSV-Arena fast wie nach einem Aufstieg und ich suche noch immer nach meiner Stimme. Klatschnass geschwitzt, als hätte ich selber mitgespielt.
Und der Büffel trifft wieder doppelt. Manasseh Ishiaku, unser Mann für die phantastischen Tore, auch wenn Blagoy Georgievs Siegtreffer letztlich noch viel genialer war. Freistoßtore mögen ja schön sein, aber Treffer aus dem Spielverlauf, so wie heute, möchte man dann doch häufiger sehen.
Ein verdienter Sieg für einen kämpferisch vorbildlichen Auftritt. Die Fehler in der Abwehr wie beim 2:2 Ausgleich durch Barnetta, der irgendwie immer gegen uns trifft, lassen sich in dieser Saison nicht mehr abstellen. Aber wenn die Jungs danach einfach weitermachen, sich nicht hängen lassen und rennen, rennen, rennen, dann haben sie vielleicht noch öfter so viel Glück wie gegen Bayer Leverkusen. Verdient hätten sie es nach den unglücklichen Punktverlusten gegen Dortmund, Stuttgart und Bochum. Die Mannschaft lebt und spielt seit einigen Wochen zum Teil wirklich guten Fußball - und das endlich mal auch zu Hause. Wie schrieb Peter Ahrens jüngst für SPIEGEL online so treffend:
Im Unterschied zu Bielefeld oder Rostock hat es Bommer […] mit schönem Fußball probiert, mit feinen Technikern wie dem Rumänen Claudiu Niculescu und dem Bulgaren Blagoy Georgiev. Es hat bedauerlicherweise nicht funktioniert, der MSV wird absteigen - aber er hat die Liga bereichert. Den MSV hat man sich lieber angeschaut als Teams wie Dortmund oder Hertha mit ihrem freudlosen Gekicke.
Ob wir absteigen oder nicht - diese Frage muss erneut vertagt werden. Diese Jungs haben den Klassenerhalt auf jeden Fall verdient, das haben sie in den letzten Spielen bewiesen. Wie hat sich ein Tom Starke entwickelt: vom Unsicherheitsfaktor Nummer eins zum absoluten Rückhalt in der Defensive. Das Zusammenspiel der Mannschaftsteile klappt auch immer besser. Und Christian Tiffert - in Bochum noch armseliger Chancenvernichter - war der stille Matchwinner. Ich habe mir die letzten Minuten des Spiels noch einmal in Ruhe angeschaut und muss sagen: Ohne Tiffert wäre das Tor nicht mehr gefallen, denn er hat die entscheidende Flanke kurz vor Georgievs Hammerschuss geschlagen und er war in den Schlussminuten die treibende Kraft der Offensive - der einzige Spieler, der noch rennen konnte. Seine Einwechslung brachte uns den Sieg.
Und auch mit meiner Kritik an Rudi Bommer und Walter Hellmich will ich mich zurückhalten und lieber diese grenzenlose Freude des Augenblicks genießen - ohne Stimme, aber überglücklich. So macht uns der Fußball wieder Spaß! Danke, Blagoy, für Deinen Sonntasschuss und Danke, liebe Zebras, für diesen Sieg! viel Glück am Mittwoch in Nürnberg!
0:1 gegen Karlsruhe! Gut, dass ich nicht da war! So krank habe ich mich heute eigentlich gar nicht mehr gefühlt, aber irgendetwas sagte mir: Bleib zu Hause, das ist es nicht wert!
Wie das Spiel war, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht mehr… Werde mir keine Zusammenfassung anschauen.
Eigentlich ist meinem letzten Artikel, in dem ich mich für “Auswärtsspiele” in unserer MSV-Arena eingesetzt habe, nichts hinzuzufügen: Dank einer engagierten Leistung und einer gehörigen Portion Glück in der Schlussphase hat der MSV sein zweites Gastspiel in Folge gewonnen - und das schon wieder bei einem Spitzenverein.
Um diese neuerliche Sensation zu relativieren, sei aber gesagt, dass Hamburg zu keiner Zeit spitze, sondern absolut grottenschlecht war. Offenbar waren die Hamburger Spieler gedanklich schon auf der Feier der schönsten Randerscheinung der Bundesliga: Sylvie van der Vaart, Gattin von Superstar Rafael. Anders lässt sich nämlich kaum erklären, warum die Hamburger nicht ein einziges Mal in Halbzeit eins auf unser Tor schießen konnten.
Auch nach dem Wechsel hatte ich nie das Gefühl, dass sich am Spielstand von 0:0 etwas ändern würde, denn an ein Tor des MSV wollte ich natürlich nicht glauben. Ein Ähnliches Gefühl hatte ich schon beim Unentschieden in München. Doch dann überraschte Ivo Grlic: Etliche Sekunden vergingen, ehe der erste in unserer gemütlichen Wohnzimmerrunde begriff: Der Ball ist ja im Tor! Irgendwie hatte es so ausgesehen, als sei der Schuss am Tor vorbeigegangen. Später, als die Hamburger dann doch mal etwas offensiver wurden, rettete Tom Starke mehrfach phantastisch - endlich einmal, muss man leider sagen.
Meine Freude über den Sieg war und ist natürlich groß, aber vor dem Schicksal des Abstiegs werden uns diese drei Punkte wohl auch nicht mehr retten. Am Mittwoch haben wir ja leider wieder ein Heimspiel, was wir wahrscheinlich wie immer verlieren werden. Auswärts befriedigend, zu Hause ungenügend: Irgendwo habe ich in der letzten Woche gelesen, dass wir momentan die zweitschlechteste Heimbilanz der gesamten Bundesligaära vorzuweisen haben. Unwahrscheinlich klingt dies nicht. Da ich zur Zeit erkrankt bin, bleibt mir das Spiel gegen den KSC aber vielleicht erspart.
Ich bin garantiert kein ungebildeter Mensch und auch meine Geographie-Kenntnisse sind sicherlich nicht schlecht, aber wo Cottbus liegt, wusste ich ehrlich gesagt bis Freitag nicht. Irgendwo im östlichsten Hinterland, dachte ich. Der Blick in den Atlas bestätigte meine Vermutung: Cottbus liegt schon verdammt nah an Polen dran. Warum mussten wir ausgerechnet gegen so einen Provinzclub die große Chance auf den Klassenerhalt verspielen? Energie hat seit fast einem Jahr auswärts nicht mehr gewonnen. Aber bitte: Wir beenden ja gerne Negativserien unserer Gegner!
Dabei hat der Kampfeswillen zu keiner Zeit gefehlt. Aber was soll man machen, wenn der Gast seine einzige Torchance nutzt und sich dann einigelt. Kurz vorher fiel auch noch mit Manasseh Ishiaku unser einziger bundesligareifer Stürmer aus - mal wieder ohne Fremdeinwirkung. Wie kann man sich in so einer Situation verletzen? Aber da stellt sich mal wieder die Frage nach der Qualität der physiotherapeutischen Betreuung und des Aufwärmtrainings. Für Ishiaku kam dann Sascha Mölders herein. Vor der Saison hatte ich im 11FREUNDE-Sommerheft mit dem Torjäger aus der Oberliga noch einen neuen Senkrechtstarter angekündigt. Heute sage ich nur noch: Bleib bei den Amateuren, Sascha!
Und die Wunderwaffe Freistoß Ivo Grlic kann ja auch nicht immer zum Erfolg führen, auch wenn ich für die restliche Saison die einzige Chance auf Punktgewinne in einem extremen Training von Standardsituationen sehe. Ishiaku wird wohl für die restliche Saison ausfallen und die anderen Angreifer können leider nicht sehr viel. Vor allem bei Niculescu scheint ja momentan total der Wurm drin zu stecken.
Vielleicht sollten wir aber auch mal diese teuflische Heimschwäche bekämpfen. Dazu schlage ich folgendes Modell vor: Für die drei restlichen Heimspiele gegen Karlsruhe, Leverkusen und Bayern München verteilen wir einfach 25.000 Gästekarten. Wir MSV-Fans ziehen dann von der Nord- in die Südtribüne um und peitschen die Mannschaft zu drei “Auswärtssiegen” an! Da wir ja auch die vier “regulären” Auswärtsspiele gewinnen werden, holen wir insgesamt noch 21 Punkte und erreichen am Ende einen sensationellen 12. Tabellenplatz - vor Borussia Dortmund!
Keine Chance mehr!
Man hatte eine richtige Klatsche erwartet. Man dachte: Heute schießen sich die Bremer aus der Krise, Diego macht fünf Buden und Rudi Bommer darf endlich seinen Hut nehmen. Was auch sonst? Eine Chance in Bremen? Niemals!
Bei meinem Tippspiel hatte ich ein 5:0 für Werder eingetragen, weswegen ich beinahe mein Recht auf einen Platz vor dem Fernseher mit der Liveübertragung verspielt hätte. Wer konnte denn noch mit uns rechnen nach dem Mist gegen Hannover? Keine Zeile wollte ich mehr über diese Trottel-Truppe schreiben. Aber es war wie immer im Leben: alles kommt ganz anders!
Exakt elf Jahre ist es her, dass wir zuletzt in Bremen gewinnen konnten: Am 21. März 1997 hießen die Torschützen Michael Zeyer und Bachirou Salou, heute waren es Grlic und Ishiaku. Über die Spielertypen-Ähnlichkeit zwischen dem “Büffel” Ishiaku und Salou hatte ich mich vor Monaten schon mal geäußert. Aber auch Zeyer und Grlic ähneln sich recht stark in ihrer Spielweise und mit ihrer schwarzen Zottelmähne irgendwie auch im Aussehen. Logisch, dass Grlic heute und Zeyer 1997 ihre Tore gegen Werder per direkt verwandeltem Freistoß erzielten. Man nennt so etwas wohl ein “perfektes Déjà-vu”…
Perfekt war das Spiel des MSV sicherlich nicht, aber ich lehne mich bestimmt nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich von der besten Saisonleistung spreche. Ähnlich gut waren unsere Zebras nur am ersten Spieltag in Dortmund, aber dass Werder Bremen trotz Krise ein ganz anderes Kaliber ist als der ewig schwächelnde BVB, steht außer Frage. Hinten standen wir so sicher, wie man gegen vier Stürmer als Aufsteiger halt stehen kann. Zur Abwechslung fand auch endlich mal Fortuna wieder ihren Weg zum MSV und verhexte die Bremer Angreifer. Lediglich “Diego-Fallobst” traf per Freistoß - ein vermeidbares Gegentor, aber zum Glück kein spielentscheidendes. Da offensichtlich auch unser Stürmer Niculescu vom “Triff-nicht-Virus” befallen war und achthundertprozentige Chancen ausließ, bleib es bis zum Schluss so spannend, dass ich jede Sekunde mit einem Herzinfarkt rechnen musste.
Unschön fand ich das Interview mit dem coolen Analysten Adam Bodzek auf Radio Duisburg, dem man nach jedem Satz zurufen wollte: “Mensch, freu Dich doch mal!”. Aber Emotionen sind in Zeiten des kommerziellen Profifußballs rar geworden. Und Rudi Bommer? Die Trainerfrage ist erst einmal vertagt worden. Umso wichtiger wird das Spiel gegen Cottbus: Gewinnen wir, bleiben wir vielleicht drin. 1997 war der Bremen-Sieg übrigens Auftakt zu einer Mini-Serie: In fünf Spielen holten die Zebras damals elf Punkte und sicherten sich so den Klassenerhalt…
War das Fußball!? Das war Fußball!!! Mehr dazu folgt, wenn ich es endlich fassen kann… :-)
Vor wenigen Wochen schimpfte MSV-Präsident Walter Hellmich über die “Idioten” in der Fankurve. Trainer Rudi Bommer machte die Zebra-Fans gar für die 1:1-Niederlage gegen Hannover verantwortlich. Diesmal sind wir allerdings tatsächlich die Bösen: Minutenlang wurde Hannovers Nationaltorwart Robert Enke in der zweiten Halbzeit im Strafraum vor der König-Pilsener-Tribüne behandelt, als aus dem Duisburger Fanblock plötzlich ein Feuerzeug aufs Spielfeld fliegt und Schiedsrichter Lutz Wagner am Kopf trifft. Die Fußballspieler aus Hannover waren zu Recht empört und der DFB wird den MSV sicherlich mit einer saftigen Strafe belegen, welche sogar eine Platzsperre mit sich bringen könnte. Dass ich durchaus froh wäre mal nicht ins Stadion zu müssen weil nicht zu dürfen, sei nur am Rande erwähnt.
Selbstverständlich verurteile ich diese Deppen-Aktion, aber ich möchte auch mal ein mahnendes Wort in Richtung Hannoveraner Fußballprofis und überhaupt an die gesamte Fußball-Öffentlichkeit senden: Wenn ich jede Woche sehe, wie die Fußballprofis von heute teilweise in Zweikämpfe gehen und dabei Gesundheit und Karriere ihrer Gegenspieler derart aufs Spiel setzen, dass inzwischen 90 % aller Bundesligaspieler - einer staatlichen Strafverfolgung ausgesetzt - das ein oder andere Verfahren wegen schwerer Körperverletzung hinter sich haben dürften, dann kann ich diese Heuchelei nicht begreifen. Früher, so sagt mein Vater regelmäßig, ließ man den Gegner dann mal laufen, anstatt immer sofort zur Blutgrätsche anzusetzen. Das ständige Werfen von Gegenständen aus den Fanblocks ist eine schlimme Sache, aber Ihr Fußballbrutalos seid keineswegs besser! Fußball ist Sport, der Gegenspieler ein Mensch - schreibt Euch das mal hinter die Ohren, Ihr Spieler und Fans!
Beim Jochen scheint sich wieder- verständlicherweise- so etwas wie Resignation breit zu machen. Deswegen meld ich mich mal zu Wort, da ich finde, dass das letzte Wochenende nicht in Vergessenheit geraten sollte.
Drei Tage sind mittlerweile nach der letzten MSV Katastrophe vergangen. Normalerweise bin ich ein Mensch, der mal ne Nacht über alles schläft und dann is gut. Aber mich haben die letzten Aussagen des feinen Herrn Bommers so dermaßen geärgert, dass mich das schon zwei schlaflose Nächte gekostet hat.
Tja, was war passiert? Zunächst mal natürlich das Spiel. Da Jochen ja bislang nix geschrieben hat, fasse ich das ganze mal kurz zusammen:
Die Stimmung vor dem Spiel war recht gut. Die Mannschaft wurde ordentlich empfangen, was nicht in jedem Stadion bei der derzeitigen Situation selbstverständlich wäre.
Kaum angefangen, ist Hannover nur noch mit zehn Mann auf dem Platz. Der heimliche Weltfußballer (ich hoffe, dass Jogi Löw den Kerl im Sommer zu Hause lässt) Mike Hanke sieht völlig zu Recht die rote Karte. Jeder dachte, jetzt gehts los!
Ok, gegen zehn Mann tut man sich oft schwer. Das weiß denk ich jeder, der mal selbst vor den Ball getreten hat. Aber: ein Abseitstor gabs in Halbzeit eins, das wars. Laut Sportschau ist der MSV die erste Heimmannschaft in der Saison, die es nicht geschafft hat, in der ersten Halbzeit einen Torschuss abzuliefern! Gegen zehn Mann! Gegen eine Mannschaft, die grade nicht als Übertruppe bezeichnet werden kann und selbst in einer Krise steckt! Und als wäre das alles nicht genug, spielt eben jene Mannschaft den MSV an die Wand und geht völlig verdient mit 1:0 in die Pause.
Die Akteure wurden daraufhin mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine geschickt. Wer will das verübeln? Die Mannschaft zeigt nichts und hat es auch mit so einer Leistung nicht verdient beklatscht zu werden. Ich halte nicht viel davon, die eigene Mannschaft auszupfeifen. Mal abgesehen vom Stuttgart Spiel, muss ich ernsthaft überlegen, wann das das letzte mal bei mir der Fall war. Aber da wars bitter nötig- denn, siehe da: zeigt das Publikum, dass es nichts von den dargebotenen Leistungsnachweisen hält, gibts auf einmal Kampf, Einsatz und Torchancen. Dinge, die das Publikum inzwischen der Mannschaft vermitteln muss (eigentlich ne Sache des Trainers…).
Der Rest ist bekannt- 1:1 viel zu wenig!
So weit so schlecht- wie so oft in dieser Saison. Doch dann hab ich mir das Spiel noch mal in der Sportschau angetan. Und am Ende meinte Rudi Bommer doch tatsächlich, dass es nur in einer Einheit ginge zwischen Fans und Mannschaft (machen wir gerne Herr Bommer: Fans und Mannschaft bilden eine Einheit ohne den Trainer) und die Fans hätten die Mannschaft mit den Pfiffen verunsichert.
Und da war bei mir zu Ende!
Ich spar mir jetzt am besten sämtliche Kommentare, denn sonst wird die der Jochen eh unter Zensur stellen…
Anstatt einmal, auch nur EINMAL die Fehler bei sich selber zu suchen, sind immer die anderen schuld.
Erst ein Ailton- der ja auch sooo oft gespielt hat…
Dann das Verletzungspech, Muskelverletzung über Muskelverletzu- ja und woher? Guckt man sich nur mal das Aufwärmprogramm vor dem Spiel an, so wird einem klar warum. Bisschen laufen, dehnen und dann sinnloses draufgebolze aufs Tor…
Natürlich sind auch die bösen übermächtigen Gegner nie auf Augenhöhe- selbst wenn die grade in der tiefsten Vereinskrise stecken, mit wirklichem Verletzungspech zu kämpfen haben oder Hertha BSC heißen…
Dann gibts natürlich noch Lavric, Lamey, die Interviews mit der Presse und und und
Und jetzt sind wir daran schuld.
Für mich war das wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hab in dieser Saison grade mal drei Spiele verpasst, hab was weiß ich nicht für ein Geld gelatzt dafür und immer alles gegeben und als Dank schiebt dieser feige Hund vor den laufenden Kameras, vor der ganzen Nation, uns die Schuld in die Schuhe für die aktuelle Misere.
Bommer hat eine gefährliche Grenze überschritten, mit den Fans sollte man sich nicht anlegen. Er kann sich auf sehr ungemütliche Wochen einstellen!
Mir wär nichts lieber gewesen, als dass ich mich geirrt hätte und Rudi Bommer hätte den Klassenerhalt doch noch souverän gepackt. Aber nach diesem Spiel ist endgültig aus! Da helfen nicht mal mehr Siege in Folge. Die einzige Entschuldigung, die ich noch gelten lasse, ist der sofortige Rücktritt!
Jetzt dürfte auch dem letzten Fan bewusst werden, dass es mit diesem Mann nicht mehr geht. Selbst wenn die sportliche Talfahrt gestoppt werden würde (und davon gehe ich nicht aus), gehört dieser Mann entlassen und das dreifach. Niemand, wirklich niemand hat mehr Lust auf Rudi Bommer!
Ich frag mich nur, wer als nächstes für die Niederlagen herhalten muss:
Ich find es schon fast schade, dass wir damals in Bielefeld gewonnen haben. Ich hätte zu gern gesehen, wie Rudi Bommer dem lieben Gott die Niederlage in die Schuhe schiebt, weil das Anzünden der Kerze nix gebracht hat…
Wie erwartet hat der MSV Duisburg in Schalke verloren. Die Leistung der Zebras war allerdings im Gegensatz zur Pleite in Berlin akzeptabel: Vor allem in der ersten Halbzeit haben die ja ziemlich gut mitgespielt und durch Blagoy Georgiev ein “Weltklasse”-Tor erzielt, was selbst Schalke-Manager Müller anerkennen musste.
Ich bin ehrlich froh, dass ich die Reise nach Gelsenkirchen nicht angetreten bin, sondern mir das Spiel gemütlich vor dem Fernseher angeschaut habe. Denn so konnte ich wenigstens das lähmende Entsetzen in den Gesichtern der Schalker sehen, als die Mannschaften in die Halbzeitpause entlassen wurden. Außerdem durften nur wir Fernsehzuschauer den Bommer-Spruch des Jahres hören: Befragt zu den Gründen für die sportliche Talfahrt verabschiedete sich der gute Mann mit den Worten “An mir liegt es nie!” aus dem Interview, nachdem er vorher wieder einmal seine üblichen Standardfloskeln abgegeben hatte. Ja, ne is klar: Schuld hat nur die SPD!
Aber genug des Spottes. Vom Bommerschen Ziel ähnlich wie in München einen Punkt zu ermauern, waren wir letztlich gar nicht so weit entfernt, auch wenn wir gegen die Bayern mit Roque Junior noch einen talentierten Innenverteidiger aufstellen konnten, der die nötige Ordnung in unsere Abwehrreihen brachte. Dieser Mann fehlt uns seit Monaten und ich hoffe, dass Sportdirektor Bruno Hübner für die kommende Saison mindestens drei neue Innenverteidiger einkauft, welche gut genug sind wenigstens fünf Jahre bei uns zu bleiben. Björn “Sorry, aber ich steh immer falsch!” Schlicke, Iulian “Mach ma nich so schnell!” Filipescu und Fernando “Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher!” Santos können sich gerne unserem Amateurteam anschließen.
Letztlich bleibt als taktische Erkenntnis nach der Derby-Pleite, dass wir gegen praktisch jeden Gegner (denn das Schalke von gestern war nicht besser als irgendein anderer Bundesligist) ein oder zwei Tore kassieren, wenn die mal eben etwas das Tempo anziehen. Und die zweite Erkenntnis lautet: Die wenigsten Gegner spielen mehr als 15-30 Minuten gegen uns gut, schließlich haben wir in dieser Saison erst einmal mit mehr als zwei Toren Differenz verloren (1:4 bei den Pillenjunkies). Aber offenbar reicht das ja gegen die Zebras. Was nützen diese Erkenntnisse? Nichts, wir steigen in jedem Fall ab - und hoffentlich erst wieder auf, wenn wir ein abwehrstarkes Team mit Perspektive und ohne alternde Ex-Stars oder egoistische Charakterschweine besitzen.